Schlafmedizin
Gesunder Schlaf ist wichtig, um tagsüber fit und leistungsstark zu sein und sich möglichst vor Entzündungen oder Krankheiten zu schützen. Gleichzeitig klagen viele Menschen über schlechten Schlaf – die Ursachen können sehr unterschiedlich sein.
Typische Themen in der Schlafmedizin
Schlafstörungen erkennen
Nicht jede unruhige Nacht ist gleich eine Erkrankung. Wenn Beschwerden jedoch regelmäßig auftreten und den Alltag beeinträchtigen, ist eine gezielte Abklärung sinnvoll.
Faustregel: länger als 1 Monat, mind. 3× pro Woche, Tagesbefinden gestört.
Atmungsbezogene Störungen
Schnarchen und Atemaussetzer können Hinweise auf eine Schlafapnoe sein. Je nach Ursache gibt es mehrere wirksame Therapieansätze – von konservativ bis operativ.
Unruhige Beine & Bewegungen
Häufige Gründe für nicht erholsamen Schlaf sind z. B. das Restless-Legs-Syndrom oder periodische Beinbewegungen. Eine passende Diagnostik hilft, die richtige Behandlung zu wählen.
Wann sollte ich das abklären lassen?
Jeder darf mal schlecht schlafen. Erwachsene sollten im Idealfall etwa 7,5 bis 8 Stunden schlafen (inkl. Mittagsschlaf). Wenn du vermutest, dass eine Schlafstörung vorliegt, kann es helfen, den Schlaf über einige Wochen zu beobachten und mögliche Auslöser zu prüfen:
- Esse ich zu spät?
- Trinke ich zu viel Koffein am Nachmittag/Abend?
- Bewege ich mich zu wenig?
- Gehe ich zur falschen Zeit ins Bett?
- Habe ich feste Einschlafrituale?
So läuft die Diagnostik ab
Für eine erste Abklärung ist nicht immer eine Übernachtung im Schlaflabor notwendig. Häufig kann bereits ein Schlafscreening zu Hause (Polygraphie/Polysomnographie) wichtige Hinweise liefern.
- Erstgespräch: Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente, Gewohnheiten.
- Schlafscreening zu Hause: Mobiles Gerät über 1–2 Nächte (u. a. Schnarchen/Atemaussetzer, Sauerstoff, Herzfrequenz).
- Auswertung & Plan: Besprechung der Ergebnisse und der nächsten Schritte.
Therapieoptionen
Schlafstörungen sollten zielgerichtet behandelt werden – abhängig von Ursache und Schweregrad. Bei Schlafapnoe stehen grundsätzlich mehrere Behandlungsansätze zur Verfügung:
Lebensstil & Gewichtsreduktion
Ein erhöhtes Körpergewicht kann Schlafapnoe begünstigen. Eine Gewichtsreduktion ist daher häufig ein wichtiger erster Schritt.
Zahnschiene (Unterkieferprotrusionsschiene)
Eine Schiene kann den Unterkiefer nach vorne verlagern und so ein Zurückfallen der Zunge beim Schlafen verhindern.
Atemmaske (CPAP/APAP)
Eine Atemmaske mit kontinuierlichem oder variablem Druck kann Betroffenen helfen, die Atemwege nachts offen zu halten.
Operative Optionen (in ausgewählten Fällen)
In bestimmten Situationen kann eine Operation sinnvoll sein, um Platz im Rachenraum zu schaffen und die nächtliche Atmung zu verbessern – z. B. Weichgaumen-Straffung, Uvula-Kürzung oder (je nach Befund) Mandelentfernung.
Häufige Fragen
Wie verändert sich der Schlaf im Alter?
Mit zunehmendem Alter nehmen Schlafstörungen häufiger zu. Typisch sind z. B. eine abnehmende Gesamtschlafzeit, mehr Einschlafneigung tagsüber und häufigere Durchschlafstörungen. Einfluss haben u. a. Medikamente sowie Begleiterkrankungen (z. B. nächtliches Wasserlassen, Diabetes, Herz-/Lungenerkrankungen, Arthrose).
Auch das Syndrom der vorverlagerten Schlafphase ist typisch: früher müde, früher wach. Eine mögliche Therapie ist eine Behandlung mit Tageslicht.
Schlafen Frauen anders?
Frauen sind laut Studien häufiger von Schlafstörungen betroffen (z. B. Insomnie). Hormonelle Veränderungen können das Schlafmuster beeinflussen, etwa Zyklusphasen oder Wechseljahre (Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen).
Ist immer ein Schlaflabor notwendig?
Nicht immer. Nach einem ersten Gespräch kann ein Schlafscreening zu Hause bereits für eine Diagnose ausreichen. Dabei werden u. a. Schnarchen/Atemaussetzer, Sauerstoffkonzentration und Herzfrequenz erfasst.
Wie helfen Sie als Arzt konkret?
Ziel ist eine Ursachenklärung und eine zielgerichtete Therapie. Häufige Ursachen sind z. B. Restless-Legs-Syndrom/periodische Beinbewegungen oder Schlafapnoe. Je nach Befund kommen konservative Maßnahmen, Hilfsmittel (Schiene/Maske) oder in ausgewählten Fällen operative Verfahren in Frage.
Du möchtest eine Abklärung?
Wir beraten dich gerne und wählen gemeinsam die passende Diagnostik und Therapie.